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Sukkulenten: Die faszinierenden Überlebenskünstler der Pflanzenwelt Succulents: The Fascinating Survivors of the Plant World

Sukkulenten: Die faszinierenden Überlebenskünstler der Pflanzenwelt

In meiner über 20-jährigen Erfahrung als Pflanzensammler in Hamburg hat mich keine Pflanzengruppe so nachhaltig begeistert wie die Sukkulenten. Diese Überlebenskünstler haben im Laufe der Evolution faszinierende Strategien entwickelt, um in den trockensten Regionen der Erde zu bestehen — und sie bringen ein Stück dieser wilden Schönheit in jedes Zuhause.

Was sind Sukkulenten?

Sukkulenten sind Pflanzen, die Wasser in ihren Blättern, Stämmen oder Wurzeln speichern können. Der Name leitet sich vom lateinischen succulentus ab, was "saftreich" bedeutet. Diese Fähigkeit zur Wasserspeicherung ist eine Anpassung an trockene, niederschlagsarme Lebensräume — von der Karoo-Halbwüste Südafrikas bis zu den Felsküsten Madagaskars.

Wichtig zu wissen: "Sukkulente" ist kein botanischer Verwandtschaftsbegriff, sondern beschreibt eine Lebensform. Sukkulente Pflanzen finden sich in über 60 verschiedenen Pflanzenfamilien. Zu den bekanntesten gehören:

  • Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae): Mit der Gattung Euphorbia als größter sukkulenter Gattung — und dem Schwerpunkt dieser Website
  • Dickblattgewächse (Crassulaceae): Darunter die beliebten Gattungen Echeveria, Sedum und Crassula
  • Kakteengewächse (Cactaceae): Alle Kakteen sind Sukkulenten, aber nicht alle Sukkulenten sind Kakteen! Die Deutsche Kakteen-Gesellschaft (DKG) ist eine hervorragende Anlaufstelle für Kakteen- und Sukkulentenfreunde.
  • Spargelgewächse (Asparagaceae): Mit den Gattungen Agave und Sansevieria
  • Mittagsblumengewächse (Aizoaceae): Darunter die faszinierenden "Lebenden Steine" (Lithops)

Sukkulenten Arten: Eine beeindruckende Vielfalt

Weltweit gibt es schätzungsweise 10.000 bis 12.000 sukkulente Pflanzenarten — die Wikipedia-Übersicht zu Sukkulenten gibt einen guten ersten Überblick über die taxonomische Vielfalt. Die Formenvielfalt ist dabei kaum zu überbieten: Von kugelrunden Euphorbia obesa über säulenförmige Euphorbia trigona bis zu rosettenbildenden Echeveria-Arten.

Besonders faszinierend finde ich die konvergente Evolution: Euphorbien aus Afrika und Kakteen aus Amerika sehen sich zum Verwechseln ähnlich, obwohl sie nicht miteinander verwandt sind. Beide haben unabhängig voneinander dieselben Überlebensstrategien entwickelt. In meinem Vergleichsartikel erkläre ich, wie Sie die beiden auseinanderhalten.

Allein die Gattung Euphorbia umfasst über 2.000 Arten, von denen viele Hundert sukkulent sind. Auf euphorbia.de dokumentiere ich über 500 dieser Arten mit detaillierten Steckbriefen und Pflegeanleitungen.

Sukkulenten Pflege: Weniger ist mehr

Ein häufiger Fehler, den ich selbst als Anfänger gemacht habe: Sukkulenten zu viel Aufmerksamkeit schenken. Diese Pflanzen sind Minimalisten und verzeihen Vernachlässigung weit besser als Überfürsorge.

Licht

Die meisten Sukkulenten lieben helle bis sonnige Standorte. An meinem Hamburger Südfenster gedeihen sie prächtig. Aus meinem Gewächshaus kann ich berichten: Direkte Sonne fördert kompakten Wuchs und intensive Färbung. Bei zu wenig Licht "vergeilen" die Pflanzen — sie strecken sich unnatürlich in die Länge.

Gießen

Die goldene Regel lautet: Lieber einmal zu wenig als einmal zu viel. Gießen Sie erst, wenn das Substrat komplett durchgetrocknet ist. Im Sommer bedeutet das etwa alle 1–2 Wochen, im Winter oft nur einmal im Monat oder seltener.

Substrat

Handelsübliche Blumenerde ist für Sukkulenten ungeeignet — sie speichert zu viel Feuchtigkeit. Verwenden Sie stattdessen ein mineralisches Substrat aus Bims, Lavagrus und grobem Sand. Ich mische mein Substrat selbst: 50% mineralisch, 30% Kakteenerde, 20% Perlite.

Sukkulenten vermehren

Die Vermehrung gehört zu den schönsten Aspekten des Sukkulenten-Hobbys. Je nach Art stehen Ihnen verschiedene Methoden zur Verfügung:

  • Stecklinge: Die einfachste Methode für viele Arten. Trieb abschneiden, 2–3 Tage antrocknen lassen, in trockenes Substrat stecken. Detaillierte Anleitung in meinem Stecklinge-Guide.
  • Blattstecklinge: Funktioniert bei vielen Crassulaceen (Echeveria, Sedum). Blatt vorsichtig abdrehen und auf feuchtes Substrat legen.
  • Aussaat: Aufwendiger, aber lohnend für seltene Arten. Bei Euphorbien wie E. obesa die einzige Vermehrungsmöglichkeit.
  • Kindel/Ableger: Manche Arten bilden natürliche Ableger, die einfach abgetrennt werden können.

Wichtig bei Euphorbien: Tragen Sie beim Schneiden immer Handschuhe! Der austretende Milchsaft ist giftig und kann Hautreizungen verursachen.

Sukkulenten winterhart: Welche Arten überstehen Frost?

Die meisten Sukkulenten in unseren Sammlungen stammen aus tropischen oder subtropischen Regionen und vertragen keinen Frost. Es gibt jedoch Ausnahmen, die auch in deutschen Gärten winterhart sind:

  • Hauswurz (Sempervivum): Absolut frostfest bis -30°C, ideal für Steingärten und Dachbegrünung
  • Fetthenne (Sedum): Viele Arten sind winterhart, darunter S. acre und S. reflexum
  • Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias): Eine einheimische Art, die in ganz Mitteleuropa vorkommt
  • Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites): Winterhart bis ca. -15°C, eine attraktive Gartenpflanze

Für alle anderen Sukkulenten gilt: Vor dem ersten Frost ins Haus holen. In meinem Gewächshaus überwintern die meisten Arten bei 10–15°C und reduzierter Wassergabe.

Sukkulenten kaufen: Worauf Sie achten sollten

Ob im Gartencenter, online oder auf Pflanzenbörsen — beim Kauf von Sukkulenten lohnt sich ein genauer Blick:

  • Gesunde Wurzeln: Feste, weiße Wurzeln sind ein gutes Zeichen. Matschige oder braune Wurzeln deuten auf Fäulnis hin.
  • Kompakter Wuchs: Gestreckte, blasse Pflanzen hatten zu wenig Licht (Vergeilung).
  • Schädlingsfrei: Kontrollieren Sie Blattachseln und Unterseiten auf Wollläuse und andere Schädlinge.
  • Korrekte Bezeichnung: Seriöse Anbieter nennen den botanischen Namen. "Sukkulente" allein reicht nicht für artgerechte Pflege.

Häufige Fragen zu Sukkulenten

Sind alle Sukkulenten pflegeleicht?

Die meisten Sukkulenten sind genügsam, aber nicht alle gleich einfach. Arten wie Euphorbia trigona oder Crassula ovata (Geldbaum) verzeihen fast jeden Fehler. Spezialisierte Arten wie Euphorbia obesa oder Lithops brauchen mehr Erfahrung. Meine Top 10 für Anfänger ist ein guter Einstieg.

Wie oft muss ich Sukkulenten gießen?

Grundregel: Erst gießen, wenn das Substrat komplett trocken ist. Im Sommer alle 1–2 Wochen, im Winter alle 3–6 Wochen. Lieber seltener und durchdringend als häufig und wenig. Mehr dazu in meinem Gieß-Ratgeber.

Sind Sukkulenten giftig für Haustiere?

Das hängt von der Art ab. Alle Euphorbien enthalten giftigen Milchsaft und sollten außer Reichweite von Katzen und Hunden stehen. Echeveria und Haworthia gelten als ungiftig. Im Zweifelsfall informieren Sie sich über die Giftigkeit Ihrer konkreten Art.

In my over 20 years of experience as a plant collector in Hamburg, no plant group has captivated me as profoundly as succulents. These survival artists have developed fascinating strategies through evolution to thrive in the driest regions on Earth — and they bring a piece of that wild beauty into any home.

What Are Succulents?

Succulents are plants that can store water in their leaves, stems, or roots. The name derives from the Latin succulentus, meaning "full of juice." This ability to store water is an adaptation to dry, low-rainfall habitats — from the Karoo semi-desert of South Africa to the rocky coasts of Madagascar.

Important to know: "Succulent" is not a botanical kinship term but describes a life form. Succulent plants are found in over 60 different plant families. The best known include:

  • Spurge family (Euphorbiaceae): With the genus Euphorbia as the largest succulent genus — and the focus of this website
  • Stonecrop family (Crassulaceae): Including the popular genera Echeveria, Sedum, and Crassula
  • Cactus family (Cactaceae): All cacti are succulents, but not all succulents are cacti! The German Cactus Society (DKG) is an excellent resource for cactus and succulent enthusiasts.
  • Asparagus family (Asparagaceae): With the genera Agave and Sansevieria
  • Ice plant family (Aizoaceae): Including the fascinating "Living Stones" (Lithops)

Succulent Species: An Impressive Diversity

Worldwide, there are an estimated 10,000 to 12,000 succulent plant species — the Wikipedia overview of succulents provides a good first look at the taxonomic diversity. The diversity of forms is hard to beat: from spherical Euphorbia obesa to columnar Euphorbia trigona to rosette-forming Echeveria species.

What I find particularly fascinating is convergent evolution: Euphorbias from Africa and cacti from the Americas look confusingly similar despite being unrelated. Both independently developed the same survival strategies. In my comparison article, I explain how to tell them apart.

The genus Euphorbia alone comprises over 2,000 species, many hundreds of which are succulent. On euphorbia.de, I document over 500 of these species with detailed profiles and care guides.

Succulent Care: Less Is More

A common mistake I made myself as a beginner: giving succulents too much attention. These plants are minimalists and forgive neglect far better than overcare.

Light

Most succulents love bright to sunny locations. They thrive beautifully at my south-facing window in Hamburg. From my greenhouse I can report: Direct sun promotes compact growth and intense coloring. With too little light, plants "etiolate" — they stretch unnaturally.

Watering

The golden rule is: Better to water once too little than once too much. Only water when the substrate has completely dried out. In summer, that means about every 1-2 weeks; in winter, often only once a month or less.

Substrate

Commercial potting soil is unsuitable for succulents — it retains too much moisture. Instead, use a mineral substrate of pumice, lava rock, and coarse sand. I mix my own substrate: 50% mineral, 30% cactus soil, 20% perlite.

Propagating Succulents

Propagation is one of the most rewarding aspects of the succulent hobby. Depending on the species, various methods are available:

  • Cuttings: The easiest method for many species. Cut a shoot, let it dry for 2-3 days, place in dry substrate. Detailed instructions in my cuttings guide.
  • Leaf cuttings: Works with many Crassulaceae (Echeveria, Sedum). Carefully twist off a leaf and place on moist substrate.
  • Seed sowing: More involved but rewarding for rare species. For Euphorbias like E. obesa, it's the only propagation method.
  • Offsets: Some species form natural offsets that can simply be separated.

Important for Euphorbias: Always wear gloves when cutting! The milky sap is toxic and can cause skin irritation.

Hardy Succulents: Which Species Survive Frost?

Most succulents in our collections come from tropical or subtropical regions and cannot tolerate frost. However, there are exceptions that are hardy in German gardens:

  • Houseleek (Sempervivum): Absolutely frost-proof to -30°C, ideal for rock gardens and green roofs
  • Stonecrop (Sedum): Many species are hardy, including S. acre and S. reflexum
  • Cypress Spurge (Euphorbia cyparissias): A native species found throughout Central Europe
  • Myrtle Spurge (Euphorbia myrsinites): Hardy to about -15°C, an attractive garden plant

For all other succulents: bring them indoors before the first frost. In my greenhouse, most species overwinter at 10-15°C with reduced watering.

Buying Succulents: What to Look For

Whether at garden centers, online, or at plant fairs — when buying succulents, it pays to look closely:

  • Healthy roots: Firm, white roots are a good sign. Mushy or brown roots indicate rot.
  • Compact growth: Stretched, pale plants had too little light (etiolation).
  • Pest-free: Check leaf axils and undersides for mealybugs and other pests.
  • Correct labeling: Reputable sellers provide the botanical name. "Succulent" alone isn't enough for proper care.

Frequently Asked Questions About Succulents

Are all succulents easy to care for?

Most succulents are undemanding, but not all are equally easy. Species like Euphorbia trigona or Crassula ovata (Jade Plant) forgive almost any mistake. Specialized species like Euphorbia obesa or Lithops need more experience. My Top 10 for beginners is a good starting point.

How often should I water succulents?

Basic rule: Only water when the substrate is completely dry. In summer every 1-2 weeks, in winter every 3-6 weeks. Better to water less frequently but thoroughly than often and little. More in my watering guide.

Are succulents toxic to pets?

It depends on the species. All Euphorbias contain toxic milky sap and should be kept out of reach of cats and dogs. Echeveria and Haworthia are considered non-toxic. When in doubt, check the toxicity information for your specific species.