Sukkulenten Erde: Das perfekte Substrat selbst mischen
Succulent Soil: Mix the Perfect Substrate Yourself
Die richtige Sukkulenten Erde ist der wichtigste Faktor für gesunde Pflanzen — und gleichzeitig der häufigste Fehler, den ich bei Anfängern sehe. In meinen über 20 Jahren als Euphorbia-Sammler in Hamburg habe ich Dutzende Substratmischungen getestet. Hier teile ich meine bewährten Rezepte und erkläre, warum handelsübliche Blumenerde für Sukkulenten ungeeignet ist.
Warum normale Blumenerde nicht funktioniert
Sukkulenten stammen aus Regionen mit steinigen, nährstoffarmen Böden, die Regenwasser sofort ableiten. Handelsübliche Blumenerde macht genau das Gegenteil: Sie speichert Feuchtigkeit, verdichtet sich mit der Zeit und hält die Wurzeln dauerhaft feucht. Das Ergebnis ist fast immer Wurzelfäule — die häufigste Todesursache bei Sukkulenten.
Auch fertige "Kakteenerde" aus dem Baumarkt ist oft nicht ideal. Sie enthält meist zu viel Torf, der bei Austrocknung wasserabweisend wird und beim nächsten Gießen das Wasser einfach durchlaufen lässt, ohne es gleichmäßig zu verteilen.
Grundprinzipien der perfekten Sukkulenten Erde
In meiner langjährigen Erfahrung kommt es auf vier Eigenschaften an:
- Durchlässigkeit: Wasser muss in Sekunden ablaufen — nicht in Minuten
- Luftigkeit: Wurzeln brauchen Sauerstoff. Verdichtetes Substrat erstickt sie.
- Strukturstabilität: Das Substrat darf auch nach Jahren nicht zusammenfallen
- pH-Wert: Leicht sauer bis neutral (pH 5,5–7,0) — die meisten Euphorbien vertragen keinen Kalk
Meine bewährten Mischungen
Standard-Mischung (für die meisten Euphorbien)
Diese Mischung verwende ich für etwa 80% meiner Sammlung — sie funktioniert zuverlässig für die meisten sukkulenten Arten:
- 40% mineralisches Material (Bims, Lavagrus oder Zeolith)
- 30% grobe Kakteenerde (nicht die feine!)
- 20% Perlite
- 10% grober Sand (gewaschen, kein Spielsand)
Mischung für empfindliche Arten (E. obesa, E. symmetrica)
Für Arten, die besonders fäulnisanfällig sind, erhöhe ich den mineralischen Anteil deutlich:
- 60% mineralisches Material
- 20% Kakteenerde
- 20% Perlite
Aus meinem Hamburger Gewächshaus kann ich berichten: Meine E. obesa stehen seit 8 Jahren in dieser Mischung und gedeihen prächtig.
Mischung für Schnellwachser (E. trigona, E. tirucalli)
Schnellwachsende Arten brauchen etwas mehr Nährstoffe:
- 30% mineralisches Material
- 40% Kakteenerde
- 20% Perlite
- 10% reifer Kompost
Die mineralischen Komponenten im Detail
Bims (Bimsstein)
Mein persönlicher Favorit. Vulkanisches Gestein, extrem leicht und porös. Bims speichert etwas Wasser in seinen Poren und gibt es langsam wieder ab — perfekt für Sukkulenten, die gleichmäßige Feuchtigkeit in kleinen Dosen mögen. Körnung 2–8 mm verwenden.
Lavagrus
Schwerer als Bims und sehr strukturstabil. Ideal für größere Pflanzen wie E. ingens, die einen stabilen Stand brauchen. Speichert weniger Wasser als Bims.
Zeolith
Ein Geheimtipp: Zeolith speichert Nährstoffe und gibt sie langsam über den Ionenaustausch ab. Dadurch müssen Sie weniger düngen. Ich mische etwa 10% Zeolith in meine Standard-Mischung.
Perlite
Sehr leicht, verbessert die Drainage. Ein Nachteil: Bei starkem Gießen schwimmen die Körner an die Oberfläche. Deshalb nie mehr als 20% verwenden.
Was Sie unbedingt vermeiden sollten
- Reine Blumenerde: Verdichtet, hält zu viel Wasser — Wurzelfäule vorprogrammiert
- Torf: Wird hydrophob wenn trocken, nimmt dann kein Wasser mehr auf
- Feiner Sand: Verstopft die Poren und verdichtet das Substrat — das Gegenteil von dem, was wir wollen
- Ungewaschener Kies: Kann Salze und Kalk enthalten, die den pH-Wert verschieben
Umtopfen: Wann und wie?
Euphorbia-Sammler fragen mich oft: "Wie oft muss ich umtopfen?" Meine Faustregel:
- Schnellwachser: Alle 1–2 Jahre
- Langsam wachsende Arten: Alle 3–4 Jahre
- Immer im Frühjahr (März–April), zu Beginn der Wachstumsphase
Wichtig: Nach dem Umtopfen mindestens eine Woche nicht gießen! Verletzte Wurzeln brauchen Zeit zum Abheilen. Tragen Sie außerdem immer Handschuhe wegen des giftigen Milchsafts.
Häufige Fragen zur Sukkulenten Erde
Kann ich Sukkulenten Erde auch kaufen statt selbst zu mischen?
Ja, es gibt brauchbare Fertigmischungen (z.B. von Lechuza PON oder spezielle Kakteensubstrate). Diese sind aber oft teurer als Selbstmischen. Mein Tipp: Kaufen Sie die mineralischen Bestandteile in 25-Liter-Säcken beim Baustoffhandel — das spart enorm.
Muss ich das Substrat sterilisieren?
Für Aussaaten: Ja, unbedingt (30 Minuten bei 120°C im Backofen). Für erwachsene Pflanzen: Nicht nötig. Mineralisches Substrat ist von Natur aus keimarm.
Wie erkenne ich, dass mein Substrat verbraucht ist?
Wenn das Wasser beim Gießen nicht mehr sofort abläuft, sondern minutenlang an der Oberfläche steht, ist das Substrat verdichtet. Zeit zum Umtopfen!
The right succulent soil is the most important factor for healthy plants — and at the same time the most common mistake I see beginners make. In my over 20 years as a Euphorbia collector in Hamburg, I've tested dozens of substrate mixes. Here I share my proven recipes and explain why commercial potting soil is unsuitable for succulents.
Why Regular Potting Soil Doesn't Work
Succulents come from regions with stony, nutrient-poor soils that drain rainwater immediately. Commercial potting soil does exactly the opposite: it retains moisture, compacts over time, and keeps roots permanently moist. The result is almost always root rot — the most common cause of death in succulents.
Even ready-made "cactus soil" from garden centers is often not ideal. It usually contains too much peat, which becomes water-repellent when dry and simply lets water run through without distributing it evenly.
Basic Principles of Perfect Succulent Soil
In my long experience, four properties matter:
- Permeability: Water must drain in seconds — not minutes
- Airiness: Roots need oxygen. Compacted substrate suffocates them.
- Structural stability: The substrate must not collapse even after years
- pH value: Slightly acidic to neutral (pH 5.5–7.0) — most Euphorbias don't tolerate lime
My Proven Mixes
Standard Mix (for most Euphorbias)
I use this mix for about 80% of my collection — it works reliably for most succulent species:
- 40% mineral material (pumice, lava rock, or zeolite)
- 30% coarse cactus soil (not the fine kind!)
- 20% perlite
- 10% coarse sand (washed, not play sand)
Mix for Sensitive Species (E. obesa, E. symmetrica)
For species that are particularly prone to rot, I significantly increase the mineral content:
- 60% mineral material
- 20% cactus soil
- 20% perlite
From my Hamburg greenhouse I can report: My E. obesa have been in this mix for 8 years and are thriving.
Mix for Fast Growers (E. trigona, E. tirucalli)
Fast-growing species need slightly more nutrients:
- 30% mineral material
- 40% cactus soil
- 20% perlite
- 10% mature compost
Mineral Components in Detail
Pumice
My personal favorite. Volcanic rock, extremely light and porous. Pumice stores some water in its pores and releases it slowly — perfect for succulents that like even moisture in small doses. Use grain size 2–8 mm.
Lava Rock
Heavier than pumice and very structurally stable. Ideal for larger plants like E. ingens that need a stable base. Stores less water than pumice.
Zeolite
An insider tip: Zeolite stores nutrients and releases them slowly through ion exchange. This means you need to fertilize less. I mix about 10% zeolite into my standard mix.
Perlite
Very light, improves drainage. One downside: with heavy watering, the granules float to the surface. That's why never use more than 20%.
What You Must Avoid
- Pure potting soil: Compacts, holds too much water — root rot guaranteed
- Peat: Becomes hydrophobic when dry, then doesn't absorb water
- Fine sand: Clogs pores and compacts the substrate — the opposite of what we want
- Unwashed gravel: May contain salts and lime that shift the pH value
Repotting: When and How?
Euphorbia collectors often ask me: "How often should I repot?" My rule of thumb:
- Fast growers: Every 1–2 years
- Slow-growing species: Every 3–4 years
- Always in spring (March–April), at the start of the growth phase
Important: Don't water for at least a week after repotting! Damaged roots need time to heal. Also always wear gloves because of the toxic milky sap.
Frequently Asked Questions About Succulent Soil
Can I buy succulent soil instead of mixing my own?
Yes, there are usable ready-made mixes (e.g., from Lechuza PON or special cactus substrates). But these are often more expensive than mixing yourself. My tip: Buy the mineral components in 25-liter bags from building supply stores — it saves enormously.
Do I need to sterilize the substrate?
For seed sowing: Yes, absolutely (30 minutes at 120°C in the oven). For adult plants: Not necessary. Mineral substrate is naturally low in germs.
How do I know when my substrate is spent?
When water no longer drains immediately during watering but sits on the surface for minutes, the substrate is compacted. Time to repot!