Euphorbiensaft
in die Augen zu bekommen ist eine ernste Sache und darüber zu lachen ist großer
Mist. Ich habe den Saft in meinen Augen bekommen, mein Ehemann auch, und ich
kann Ihnen sagen: Es ist die pure HÖLLE!
Einmal beschnitt mein Mann eine
Euphorbia und ich befand mich genau gegenüber in einem zweischiffigen 12 x 40 m
großen Gewächshaus, als ich ein Brennen in Nase und Augen verspürte, dass mir
die Tränen liefen. Es war in der Luft. Ich glaube, mein Mann beschnitt E.
cooperi und grandicornis. Ich musste aus dem Gewächshaus rausgehen. Da mein
Mann auf einem Schemel nahe am Boden saß und der Dampf hoch in die erhitzte
Luft stieg, bekam er nicht so viel ab, obwohl er doch viel näher an den
beschnittenen Pflanzen war. Dann tat er allerdings etwas sehr dummes: Weil
seine Brille beschlagen war, legte er sie ab und machte ein paar weitere
Schnitte. Und dabei spritzte ihm etwas Saft in die Augen. Über eine Woche lang
konnte er überhaupt nicht mit dem Auge sehen und seine Sehkraft war für drei
Wochen beeinträchtigt. Das Weiße in seinem Auge war rot und es war die reinste
Qual für ihn.
Jahre später rieb ich einmal mit
einem Arm an meinem Auge. Ich hatte keinen Euphorbiensaft an Arm, hatte mit ihm
jedoch Handschuhe und Bluse gestreift und irgendwo daran muss wohl etwas
gewesen sein. Ich bekam schlimmste
Augenschmerzen und konnte ohne fürchterliche Qualen weder blinzeln, noch das
Auge schließen. Ich fuhr zum Krankenhaus ins 70 km entfernten Stockton, um dort
Tropfen zu bekommen, die die Pein für ganze 15 Minuten aufhielt. Ein kleines
Fläschchen von dem Zeug kostete mich 35 Dollar und hielt nur bis zum nächsten
Tag.
Also, hören Sie auf denjenigen, der
Ihnen in Ihrem Interesse rät, Schutzbrille, Handschuhe und Maske zu tragen.
Lernen Sie bitte durch die Fehler anderer. Diese Qualen wünschen wir nicht mal
unserem ärgsten Feind.
Lorraine Thomas K & L Cactus Nursery (Kakteengärtnerei)
Am
Montag, dem 15. April führte ich einige Reparaturarbeiten in unserem
Gewächshaus durch. Plötzlich kippte ein Topf einer leicht stacheligen Euphorbia
(E. avasmontana, wie sich später herausstellte). Ich fing den Topf auf und
setzte ihn an einen sicheren Ort. Direkt darauf kippte mir eine darunter
stehende E. abdelkuri entgegen. Da diese Pflanze keine Stacheln hat, fing ich
sie mit meiner rechten Hand auf und legte sie erst einmal vorsichtig ab. Dann
ging ich auf die andere Seite des Pflanzentisches und stellte den Topf der E.
abdelkuri aufrecht hin.
Etwas später bemerkte ich, dass ich
wohl etwas Latex auf zwei Fingerrücken der rechten Hand bekommen hatte, wobei
mir zuvor allerding nicht aufgefallen war, dass eine der Pflanzen blutete. Ich
wischte das Latex einfach am Hosenbein meines Overalls ab.
Etwas später rief mich Joan zum
Abendessen, also wusch ich mir vor dem Essen die Hände mit Wasser und Seife.
Nach dem Abendessen, beim Fernsehen,
fing mein rechtes Auge an zu schmerzen. Als der Schmerz stärker wurde, ging ich
ins Bad und wusch mein Auge mit Leitungswasser aus. Es half nicht. Joan
tröpfelte mir künstliche Tränen ins Auge, doch auch die halfen nicht. Ich bat
Joan, mich zur Notfallambulanz des nächsten Krankenhauses zu fahren. Bei der
Aufnahme beschrieb ich meine Schmerzen auf einer sicherlich subjektiven, von 1
bis 10 reichenden Skala als 5 bis 6.
Der Besuch einer Notfallambulanz
bedingt viele Stunden des Wartens. Einmal, als der Schmerz etwa auf Stufe 3
nachgelassen hatte, schlief ich im Sitzen ein. Schließlich zeigte sich ein
Augenarzt. Er gab mir einige Tropfen ins Auge, die den Schmerz (zeitweise)
erträglicher machten, und riet mir, als er keine sichtbaren Schäden fand, am
Morgen meinen eigenen Augenarzt aufzusuchen.
Am nächsten Morgen fühlte ich nur
noch eine leichte Reizung am Auge. Unser Augenarzt bestätigte, dass es keine
Verletzung am Auge gab und war der Meinung, der pH-Wert des Latex hätte die
Schmerzen verursacht. Damit ließ er mich gehen.
Joan und ich fanden es recht
seltsam, dass keiner der Augenärzte je von Euphorbien gehört hatte, dass es ein
Fremdwort für sie war. Die Meinung, der pH-Wert könnte Ursache der Schmerzen
sein, ließ mich überlegen, ob eine Essiglösung die Schmerzen lindern könnte.
Das ist sicher kein Experiment, dass man einfach so wagen sollte, doch beim
nächsten Besuch meines Augenarztes werde ich mal danach informieren.
Sie werden sich fragen, wie, um
alles in der Welt, mir sowas passieren konnte. Auch früher hatte ich schon
einmal Latex an meine Hände bekommen, sicher aber nicht von der E. abdelkuri.
Seit mehr als 25 Jahren haben wir Pflanzen gekauft, aufgezogen und vermehrt und
in dieser Zeit haben wir auch alle Warnungen vor dem Euphorbiensaft gelesen.
Ich denke, dass ich früher auch gewissenhafter war und mir sofort die Hände
wusch, nachdem ich Latex daran bekam. Übrigens war am nächsten Tag ein klebrig
aussehender Tropfen Saft an der E. abdelkuri zu sehen.
Vermutlich habe ich mir mit einem
unbewussten Reiben den Latex in den Augenwinkel des rechten Auges gewischt.
Mein Rat an andere ist, sich sofort
gründlich die Hände mit Wasser und Seife zu waschen, sobald etwas Latex daran
gekommen ist. Und reiben Sie sich nicht unbewusst die Augen, was sicher
leichter gesagt als getan ist.
Stanley C. Skirvin
Ich
habe eine ähnliche Geschichte wie Stanley. Ich topfte einige Euphorbien um und
bekam etwas Latex auf meine Hände. Nach der Arbeit wusch ich mir gründlich meine
Hände, wie ich es immer mache. Ein oder zwei Stunden später begann ich dann,
dieses schreckliche Brennen in meiner Nase zu spüren. Sofort wusch ich meine
Nase aus so gut es ging, doch das Brennen hielt an. Es dauerte fast den ganzen
Tag an und war fast unerträglich. Ich wusste zwar, dass es das Euphorbiengift
war und er irgendwann nachlassen würde, doch welch ein Schmerz!. Am nächsten
Morgen ließ er dann tatsächlich nach und war am Abend verschwunden. Nach dieser
Erfahrung war ich froh, das Latex nicht in meine Augen bekommen zu haben.
Elias Sassoon
Um
noch eine Anekdote zum Thema Euphorbienlatex hinzuzufügen: Das Problem damit
ist ja, dass er an den Händen klebt und selbst nach dem Händewaschen noch
Spuren davon übrig bleiben können.
Eine ziemlich schmerzhafte Erfahrung
machte ich vor einigen Jahren, als ich mich in Djibouti aufhielt. Nachdem ich
zuvor einige Euphorbien berührt hatte, wurde ich zu einem Essen eingeladen. Vor
dem Essen wusch ich gründlich meine Hände und kam einem natürlichen Bedürfnis
nach, bevor ich meine Hände noch einmal wusch. Während des Essens verspürte ich
dann ein Brennen, dass mich besorgt daran denken ließ, ich hätte mir eine
Harnwegsinfektion zugezogen. Und es wurde schlimmer. Bei einer Inspektion
stellte ich fest, dass sich die Haut in einigen sehr empfindlichen Gebieten
abgelöst hatte. Die nächsten paar Tage waren ziemlich ungemütlich.
Also Männer, seid vorsichtig!
Alan Butler
Hier
ist meine traurige und leidvolle Geschichte. Etwa eine Stunde lang beschnitt ich
eine große E. tirucalli. Es war ziemlich warm, etwa 35°C. Ich trug eine
Schutzbrille und Handschuhe. Nach der Arbeit wusch ich meine Hände. Dann spiele
ich Basketball und schwitzte eine Menge. Als ich ein leichtes Brennen im Auge
bemerkte, dachte ich, mir wäre Schweiß ins Auge gelaufen. Nach einer
Viertelstunde wurden das Brennen so stark, so dass ich die Augen vor Schmerz
nicht mehr auf halten konnte. Mein Versuch, die Augen mit Wasser zu spülen,
brachte keinen Erfolg. Ein Nachbar fuhr mich zu einer Notfallambulanz, in
der man sich dann auch bemühte, meine
Augen auszuspülen. Erfolglos, was die Schmerzen anbetrifft. Eine Untersuchung
zeigte, dass die Hornhaut nicht beschädigt war. Nach 8 Stunden begannen die
Schmerzen nachzulassen und am nächsten Morgen waren sie dann dann verschwunden.
Die Lektion, die ich lernen musste,
war wohl die, dass sich der Euphorbiensaft auf meiner Stirn befand und dann
durch den Schweiß in meine Augen getragen wurde. Seit diesem Vorfall seife mich
gründlich ein und dusche jedes mal, wenn ich eine Euphorbia beschnitten habe.
Jan Kramer
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