Ist ein Kind
betroffen?
Hat es möglicherweise Euphorbiensaft
in Mund oder Augen bekommen?
Rufen sie sofort den Notruf (Tel. 112) an,
bevor Sie irgend etwas anderes tun und melden Sie:
-
Was? (In diesem Fall: Vergiftung durch
Euphorbiensaft)
-
Wer hat sich vergiftet? (Alter und
Körpergewicht)
-
Wie?
-
Wann?
-
Wieviel? (mit wieviel)
-
Auffällige Erscheinungen schildern. Insbesondere Bewußtseinslage und
Atmung
Alle weiteren Hinweise gelten nur
für Erwachsene.
Typische
Beschwerden sind:
Starke, brennende Schmerzen an Schleimhäuten oder
empfindlichen Körperstellen
(Lippen,
Nase, Intimbereich)
Waschen Sie die schmerzenden Stellen sorgfältig, um verbliebene Saftspuren zu beseitigen. Kühlen Sie mit kaltem Wasser oder Eis und suchen Sie einen Arzt auf.
Sehr starke, heftig brennende Schmerzen im Auge
Waschen
Sie das Auge mit lauwarmem Wasser so gut aus, wie Sie können. Suchen Sie dann
sofort einen Augenarzt auf. Außerhalb der normalen Praxiszeiten muss es eben
der Notarzt sein.
Sagen Sie
Ihrem Augenarzt, dass Ihre Beschwerden von Euphorbiensaft verursacht werden.
Der Arzt wird Ihr Auge dann nochmals ausspülen, was notwendig ist, um evtl.
noch vorhandene, zu Krümeln geronnene Latexreste zu entfernen.
Auch
Ärzte können nicht alles wissen und möglicherweise ist Ihr Arzt nicht mit der
Wirkung des Euphorbiensaftes vertraut. Sagen Sie ihm dann folgendes:
-
Ursache der Beschwerden sind die im
Euphorbiensaft enthaltenen Di- und Triterpene (nicht etwa der pH-Wert).
-
Diese Stoffe sind als sehr reiz- und
entzündungserregend bekannt. Einige davon haben eine bis zu hundertfache Wirkung des Capsacains (Reizstoff des
Chillipfeffers).
Lesen Sie bitte auch (in englisch):
Eye
burns caused by wolf's milk
The
effect of the sap of Euphorbiaceae on the eye
Bitten Sie Ihren Arzt, sich im
Zweifelsfall bei der Giftinfozentrale nach weiteren Behandlungsmethoden zu
erkundigen.
Behalten Sie vor allem die Ruhe. Bei
ärztlicher Versorgung sind Ihre Schmezen nach spätestens 24 Stunden vergangen
oder zumindest auf ein erträgliches Maß gesunken.
Hier bekommen Sie Information über
die für Sie zuständige Giftinfozentrale
Sie bekamen
Euphorbiensaft auf die Haut, haben aber keine Beschwerden?
Etliche der im Saft enthaltenen Di-
und Triterpene sind Tumorpromotoren. Das heisst, sie verursachen zwar keinen
Krebs, können dessen Bildung aber fördern.
Wenn Sie keinen Wert auf böse Spätfolgen legen, waschen Sie jeden
kleinsten Spritzer sofort sorgfältig weg.
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